Ist eine Isolierung des Gartenhauses für ganzjährige Nutzung sinnvoll?

Die Antwort auf diese Frage hängt selbstverständlich davon ab, welche Nutzung Sie für Ihr Gartenhaus vorgesehen haben. Ein kleines Gartenhaus, welches lediglich als ein Aufbewahrungsort für Gartengeräte, Maschinen, Fahrräder oder Gartenmöbel dient, braucht eigentlich keine Heizung und damit auch keine Isolierung.

Obwohl Sachen, die unbedingt trocken bleiben sollten, wie schriftliche Unterlagen, Bücher aber auch Elektrogeräte oder Sachen die rosten könnten, möglicherweise von einer leicht erhöhten Lufttemperatur im Inneren, wie sie etwa durch einen elektrischen Frostwächter hervorgerufen wird, profitieren könnten, weil das Raumklima auch durch geringfügige Heizung trockener wird. Akkuwerkzeuge sollte man auch ausdrücklich nicht einfrieren lassen.

Ein Frostwächter im Gartenhaus macht auch Sinn für Gärtner, die frostempfindliche Pflanzen dort überwintern möchten, wo es zwar nicht friert aber trotzdem deutlich unter Raumtemperatur ist. Auch dann wird eine Isolierung die Stromkosten ganz gewaltig senken können.

Eine Isolierung macht aber auf jeden Fall Sinn, wenn Sie sich während des Sommers häufiger im Gartenhaus aufhalten.

Sei es, Sie benutzen Ihr Gartenhaus als Werkstatt oder als Rückzugsort zum Bücherlesen, zum Meditieren, als Atelier für künstlerische Arbeiten oder als Fitnessraum. Es ist doch schade, dass diese Nutzungen immer in der kalten Jahreszeit unterbrochen werden und der Garten dann seinen Charakter als „erweiterter Wohnraum“ im Winter verliert.

In vielen Fällen ist ein Gartenhaus auch gar nicht einer einzigen Nutzungsart gewidmet, sondern wird in einer gemischten Nutzung eingesetzt für alles, was gerade so anfällt.

Ganzjährige Nutzungen brauchen isolierte Gartenhäuser

Oft hat ein Gartenhaus ja auch schon längst seinen Charakter als Gartenhaus, also dem Holzhaus im Garten für die Gartenwerkzeuge, den alten Teppich und die Gartenmöbel im Winter verloren, sondern es wurde als Gartenhaus gekauft aber dann ausgebaut, etwa als Sauna im Garten, als Gartenbüro, als privates Fitnesszentrum, als Gästewohnung oder als Gartenlounge mit gemütlichen Sesseln und Bar.

Wenn Sie so eine Erweiterung Ihres Wohnraumes in den Garten planen, dann sollten Sie sich am besten schon vor dem Kauf eines Gartenhauses Gedanken über die Heizung und die Isolierung machen. Wir haben eine Anzahl von Heizmöglichkeiten für ein Gartenhaus schon einmal für Sie zusammengestellt.

Kann man ein Gartenhaus auch nachträglich isolieren?

Die nachträgliche Isolierung eines Gartenhauses ist kein Problem und kann innerhalb von ein bis zwei Tagen erledigt werden. Über Methoden und Materialien werden Sie eine Menge verschiedener Meinungen finden. Zum Beispiel vertreten einige die Meinung, eine Isolierung sei nur etwas wert, wenn innen eine Dampfsperre installiert wird.
Das mag so sein, vor allem bei selbstgebauten Gartenhäusern und bei solchen mit eher dünnen Wänden von 20 bis 30mm. Man sollte aber bedenken, dass mit einer solchen Dampfsperre eine der wichtigsten und wohltuendsten Eigenschaften von Holzbauten, nämlich die natürliche Baubiologie und die Atmungsaktivität der Wände verloren geht.

Wir würden als Gartenhaus für eine Isolierung solche empfehlen, die in Blockbohlenbauweise über 40mm – besser 70mm oder sogar 92mm – dicke Wände haben. Diese sind mit Doppelnut und Feder Verbindungen ausgestattet und daher dicht und stabil. Die Wanddicke ist bei einem natürlichen Wärmedämmstoff wie Holz immer schon ein wichtiger Faktor für den angestrebten Wärmedämmwert. Solche dicken Wandstärken von 40 bis 92mm sind eine gute Grundlage um mit ganz einfachen Mitteln, wie etwa einer Schicht Stein- oder Glaswolle und einer abschließenden Verkleidung ganz hervorragende thermische Isolierungen zu erhalten.

Ein Abstand zwischen der Dämmschicht und der Holzwand, wie er häufig für luftabschließende Dämmungen empfohlen wird, ist dann ebenfalls nicht mehr nötig, vorausgesetzt beide Seiten, sowohl die Holzwand und die Verkleidung sind vor eindringendem Wasser geschützt.

Innen- oder Außenisolierung – Was ist das Richtige für mein Gartenhaus?

Eine Innenisolierung ist der Weg, der öfter gewählt wird und er dürfte auch etwas kostengünstiger zu machen sein. Der Grund ist, dass man im Innenbereich alle möglichen Verkleidungen von Holzpaneele über Gipskarton bis zu Laminat oder Sperrholz wählen kann und damit im Vergleich zur Außenisolierung, bei der die äußere Abschlussschicht eine stabile und wetterfeste sein sollte, Geld sparen kann.

Der Vorteil der Außendämmung besteht darin, dass man im Inneren keinen Platz für das Dämmmaterial verbraucht und dass die eigentliche Bausubstanz, also die Wandbohlen, dann mit beheizt und damit konserviert werden.

Für das Dach entscheidet man sich bei nachträglicher Isolierung im allgemeinen für eine Innendämmung, weil man es nicht abdecken möchte.

Beim Boden hängt die Entscheidung bei nachträglicher Dämmung davon ab, ob Sie den Boden, der ja beim Aufbau eines als Bausatz gekauften Gartenhauses meist als letztes gelegt wird, leicht wieder herausbekommen. In dem Fall könnten Sie Dämmung zwischen die Bodenschwellen anbringen, die die Bodendielen tragen. Das wäre die beste Möglichkeit und die, die Sie auch wählen sollten, falls Sie ein Gartenhaus neu erwerben mit der Absicht, es zu isolieren.

Isolierung beim Gartenhaus – viele Wege führen nach Rom

Falls die Bodendielen bombenfest angenagelt sind oder Sie die Innenwände des Gartenhauses schon irgendwie verkleidet haben, dann steht auch einer ausgiebigen Dämmung auf den verlegten Bodendielen nichts im Weg außer der Höhe, die Sie für Ihre Kopffreiheit benötigen. Styropor, Dämmplatten, Trockenestrich – alles ist möglich und der Abschluss kann dann aus einer weiteren Schicht Bodendielen oder auch aus Laminat, Parkett oder sogar Fliesen oder Natursteinplatten bestehen. Sie sollten lediglich darauf achten, dass der Boden gut unterlüftet ist. wenn sie ihm die Oberlüftung so wegnehmen.

Überhaupt könnte man sich bei einer Innenisolierung auch entschließen, die entsprechenden Wand-, Decken- oder Bodenbretter, die man in der Zukunft von innen nicht mehr erreichbar haben wird, vor der Isolierung noch einmal mit Holzschutzmittel zu behandeln und so für eine lange Zukunft zuverlässig zu erhalten.

Wir haben für Sie bereits eine Anleitung zur Innenisolierung von Gartenhäusern verfasst, in der Sie viele praktische Tipps und Illustrationen finden, die Ihnen diese Arbeit sehr einfach machen werden.

Das Gartenhaus zu isolieren und beheizen ist eine Maßnahme, seinen Wert zu verdoppeln, indem man die Nutzungszeit von den sechs warmen Sommermonaten auf die vollen 12 Monate des Jahres verdoppelt. Gönnen Sie sich den zusätzlichen Wohnraum.

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