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Rasen: Grüne Oase oder ökologische Sackgasse?

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Der Rasen ist das Herzstück fast jedes Gartens und auch in Vorgärten ein beliebtes Gestaltungselement. Er ist pflegeleicht, vielseitig nutzbar und der Inbegriff eines gepflegten Gartens. Auch im öffentlichen Raum werden Rasenflächen in Parks und auf Sportplätzen genutzt. Ihre Attraktivität beruht auf einer langen Tradition, denn Rasen war lange Zeit hauptsächlich ein Statussymbol.

Zunehmend wird jedoch der ökologische Nutzen von Rasen infrage gestellt. Er bietet weder Lebensraum noch Nahrungsquelle für Insekten und ist zudem anfällig gegenüber langen Trockenperioden. In den vergangenen Sommern wurde das Rasensprengen wegen Wassermangels mancherorts sogar verboten. In diesem Artikel gehen wir auf die Vor- und Nachteile von Rasenflächen ein und erläutern, wie eine naturnahe Nutzung von Rasenflächen funktionieren kann.

Die Ursprünge des Rasentrends

Schon in der römischen und griechischen Antike gab es Rasenflächen, vor allem im öffentlichen Raum. Außerhalb der Städte wurden Rasenflächen für Wettkämpfe und Feste angelegt, in Klostergärten dienten sie als Orte der Ruhe und des Gebets. Die mitteleuropäische Rasenkultur hat ihren Ursprung jedoch im Mittelalter. Etwa ab dem 15. Jahrhundert begann der Adel, vor seinen Schlössern und Herrenhäusern Rasenflächen anzulegen.

Schloss mit gepflegtem Rasen Schlossanlage mit mehreren Rasenflächen aus der Vogelperspektive

Da es noch keine Rasenmäher und Bewässerungssysteme gab, war die Pflege der Rasenflächen aufwendig und entsprechend teuer. Abgesehen von gelegentlichen Spaziergängen und Sportveranstaltungen konnte der empfindliche Rasen nicht regelmäßig betreten werden, wenn er stets gepflegt aussehen sollte. Dieser hohe Aufwand ohne wirtschaftlichen Nutzen machte Rasen für die einfache Bevölkerung zu einem unerschwinglichen Luxusgut. Auch nach dem Ende der meisten Monarchien blieb die repräsentative Funktion des Rasens erhalten. In Berlin sind das Bundeskanzleramt und der Reichstag ebenso von Rasen umgeben wie das Weiße Haus in Washington oder das Europäische Parlament in Brüssel.

Wiese mit Reichtagsgebäude im Hintergrund Weißes Haus mit Rasen

Die Verbreitung des Rasens in Privatgärten begann mit der industriellen Revolution. Sie brachte nicht nur mehr Wohlstand für das Bürgertum, sondern auch Erfindungen wie den Rasenmäher. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika signalisierte der Rasen als Statussymbol den sozialen Aufstieg und die Zugehörigkeit zu einer neuen Mittelschicht.

Noch heute ist ein gepflegter Rasen der Stolz vieler Gartenbesitzer:innen und das allwöchentliche Rasenmähen für viele zum Ritual geworden. Gerade Familien sehen darin aber nicht mehr nur ein Statussymbol, sondern schätzen den Rasen als praktische Fläche zum Spielen, Picknicken, Grillen und Entspannen.

Die Schattenseite des Rasens

Rasen eignet sich hervorragend zum Fußballspielen, bietet aber für die Natur so gut wie keinen Nutzen. Die Monokultur Rasen dient weder als Nahrungsquelle noch als Unterschlupf für Insekten und trägt nicht zur Artenvielfalt bei. Dafür braucht er viel Wasser, damit er auch bei großer Hitze nicht austrocknet. Oft wird der Rasen so kurz gemäht, dass er kaum Schatten auf den Untergrund wirft, der dadurch noch schneller austrocknet. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund problematisch, dass Wasser im Sommer immer mehr zu einem knappen Gut wird. Werden bei der Rasenpflege Düngemittel, Pestizide und Herbizide eingesetzt, gelangen diese durch die regelmäßige Bewässerung ebenfalls ins Grundwasser. Einige Bestandteile dieser Stoffe können in hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich sein. Die Folge ist ein erhöhter Aufwand bei der Trinkwasseraufbereitung und damit weniger Wasser zu höheren Kosten.

Gras bindet wie jede Pflanze CO₂. Je kürzer der Rasen ist, desto weniger CO₂ wird jedoch gespeichert. Außerdem wird durch das Mähen und andere Pflegemaßnahmen mehr CO₂ freigesetzt, als der Rasen durch sein Wachstum ausgleichen kann. Die Herstellung von Dünger und Pestiziden beispielsweise ist ressourcenintensiv und setzt viele Treibhausgase frei.

Gepflegter Rasen mit Haus im Hintergrund Park mit vertrocknetem Rasen

Wiese statt Rasen: Vorteile einer naturnahen Gartengestaltung

Allen Nachteilen des Rasens kann entgegengewirkt werden, indem der Rasen nicht mehr oder seltener gemäht wird. Viele Wildblumen und Wildkräuter brauchen nicht gesät zu werden, da sie sich selbst aussäen, wenn sie genügend Zeit haben, Blüten und Samen zu entwickeln. Vor allem frühblühende Wildblumen bieten mit ihrem Nektar eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Auch das Gras selbst ist eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlingsraupen und Heuschrecken. Das hohe Gras bietet zudem vielen Insekten Unterschlupf, die wiederum von Vögeln gefressen werden. Auch Igel finden hier Schnecken, Regenwürmer, Larven und Käfer.

Je länger ein Grashalm ist, desto besser kann er Wasser speichern und auch kurze Trockenperioden überstehen. Hohes Gras beschattet zudem den Boden, sodass weniger Wasser verdunstet. Insgesamt muss weniger bewässert werden, was Aufwand und Kosten reduziert und Wassermangel im Sommer vorbeugt.

Schmetterling im hohen Gras Vogel im hohen Gras

Rasen sinnvoll pflanzen und mähen

Nicht jede:r Gartenbesitzer:in wünscht sich einen wilden Naturgarten. Gerade kleine Kinder laufen Gefahr, beim Spielen auf der Wildblumenwiese auf Insekten zu treten, und auch das Fußballspielen im hohen Gras macht wenig Spaß. Naturnahes Gärtnern muss aber keine Entscheidung zwischen zwei Extremen sein – der totalen Wildnis und dem perfekt getrimmten Rasen. Schon einzelne kleine Maßnahmen können einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz und zum besseren Umgang mit Ressourcen wie Wasser leisten.

  • Wilde Ecken: Eine „wilde Ecke“, die nicht gemäht wird und in der Totholz verrotten kann, ist ein wichtiges Rückzugsgebiet für Tiere. Eine sandige Stelle kann als Nistplatz für Wildbienen dienen und eine Tonschale ist eine wichtige Wasserquelle. So schaffen Sie eine Ausgleichsfläche, während Sie den Rest des Gartens nach Ihren Wünschen gestalten können. Die wilde Ecke kann auch hinter einem Spalier oder einem Gartenhaus versteckt werden.

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  • Auf die Grassorte achten: Je nach Standort gibt es verschiedene Grassorten, die nicht nur mit dem Lichtangebot und der Beanspruchung, sondern auch mit Trockenperioden besser zurechtkommen.
  • Seltener mähen: Wird der Rasen nicht jede Woche, sondern alle drei bis vier Wochen gemäht, kann sich eine größere Pflanzenvielfalt etablieren. Das Gras ist dann immer noch kurz genug zum Fußballspielen.
  • Erster Schnitt nach der Löwenzahnblüte: Statt den Rasen Ende April zum ersten Mal zu mähen, kann der erste Schnitt auch auf Mai verschoben werden. Frühblüher wie Löwenzahn sind für Insekten besonders wichtig, da es zu dieser Zeit noch nicht viele andere Nahrungsquellen gibt.
  • Abschnittsweise mähen: Anstatt die gesamte Rasenfläche zu mähen, können Abschnitte oder Inseln in unterschiedlichen Zeitabständen gemäht werden. So gibt es immer insektenfreundliche und blütenfreie Bereiche für spielende Kinder. Dabei können schöne Muster entstehen, die dem Rasen mehr Charakter verleihen als eine einheitliche Länge.
  • Auf Dünger, Pestizide und Herbizide verzichten: Diese Produkte enthalten oft Schwermetalle, werden mit Erdöl hergestellt und können das Grundwasser belasten. Es gibt viele natürliche Alternativen wie Kräuter, deren ätherische Öle Insekten vertreiben, oder Dünger aus Brennnesseln.
  • Auf Mähroboter verzichten: Mähroboter sind darauf ausgelegt, den Rasen alle ein bis zwei Tage zu mähen. Sie können Graslängen von mehr als 10 cm nicht ohne Beschädigung der Grasnarbe mähen, sodass ein abschnittsweises Mähen nicht möglich ist. Außerdem stellen sie eine Gefahr für Kleintiere dar, insbesondere für Frösche und junge Igel und Kaninchen. Beide Tiere verstecken sich bei Gefahr und können unter dem Mähroboter einen plötzlichen Tod finden. Deshalb ist es auch sinnvoll, Rasenabschnitte mit höherem Gras vor dem Mähen kurz zu kontrollieren.

Biene sitzt auf Löwenzahn Mähroboter auf kurzem Rasen

Fazit: Rasen ist kein Entweder Oder

Die Gestaltung des eigenen Gartens muss nicht vollständig dem Umweltschutz unterworfen sein. Längeres Gras kann ein wichtiger Beitrag sein, um den Wasserverbrauch zu senken und die Artenvielfalt zu fördern. Wenn naturnaher Rasen nicht zur aktuellen Lebensphase oder zum Geschmack passt, können Insektenhotels oder das Gießen mit Regenwasser aus Regentonnen ähnliche Beiträge leisten.

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