Pavillon, Gartenlaube, Pergola: Unterschiede und Baurecht
Veröffentlicht am: 06.12.2021 / Zuletzt aktualisiert am: 07.10.2026
Ein Holzpavillon ist rundum geschlossen, verglast und abschließbar. Eine Gartenlaube oder ein Gazebo ist seitlich offen und im Sommer ein Sitzplatz im Schatten. Eine Pergola hat kein Dach, sondern ein Rankgerüst für Wein und Kletterpflanzen. Baurechtlich entscheiden Größe, Nutzung und Lage: Viele Gartenpavillons sind verfahrensfrei, doch Heizung, Grill oder Dauernutzung ändern das schnell.
| Typ | Wände | Dach | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| Holzpavillon | rundum, mit großen Fenstern | ja | Rückzugsort, Atelier, Frühanzucht |
| Gartenlaube / Gazebo | offen oder mit Brüstung | ja | Sitz- und Essplatz im Sommer |
| Pergola | keine | nach oben offenes Rankgerüst | Schatten durch Pflanzen, Sichtschutz |
Was versteht man unter einem Pavillon?
Das Wort kommt über das Französische vom lateinischen „papilio“: Schmetterling, im Spätlateinischen auch „großes Zelt“. Die hochgeschlagenen Planen am Eingang erinnerten an Schmetterlingsflügel. Nach Wikipedia ist ein Pavillon heute ein „freistehendes, leichtes Bauwerk in einer Garten- oder Parkanlage“. Der Holzpavillon ist durch den Baustoff beschrieben.
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Gazebo und Gartenlaube: der rundum offene Holzpavillon
„Gazebo“ stammt aus dem Englischen und bezeichnet ein Gartenhaus mit offenen Seiten und guter Aussicht. Die Herkunft ist ungeklärt, Wörterbücher vermuten eine scherzhafte Bildung aus „gaze“ (schauen) und einer lateinischen Futurendung. Man spricht eher von einem Pavillon, wenn das Gebäude geschlossen ist, und eher von einem Gazebo, je offener es ist. Bei uns finden Sie die offenen Varianten unter Gartenpavillons und Gartenlauben. „Gartenlaube“ ist der gute alte deutsche Begriff dafür.
Die „Pergola“ war ursprünglich ein Säulengang bei antiken römischen Villen. Heute meint man damit Holzkonstruktionen, die als Rankhilfen von Wein oder Zierpflanzen überwachsen werden.

Der rundum verschlossene Holzpavillon ist ein leichtes Gebäude
Glas ab Hüfthöhe bis unters Dach lässt Sie buchstäblich durch das Gebäude hindurchsehen. Tagsüber ist der Raum voller Licht. Versprosste Fenster, die sechs- oder achteckige Grundform und das Pyramidendach machen ihn zum Stilmittel der Gartengestaltung. Zugleich bleibt er ein verschließbares Gartenhaus: Sie sitzen dort bei Sturm und Regen und lagern Dinge sicher, was eine offene Laube nicht kann.
Bei der Wandstärke gibt es einen Zielkonflikt. Unsere Pavillons reichen von 21 mm („Albatros“) über 25 mm („Katrin“) bis 55 mm („Seattle“). Dickere Wände eignen sich besser für die Übergangsmonate, dünnere genügen für den Sommer.

Eignet sich ein Holzpavillon für die Grundstücksgrenze?
Warum nicht? Am Rand verliert ein Pavillon seinen Reiz nicht. Zu beachten sind Sichtschutz und Abstand. Sie müssen keinen rundum verglasten Pavillon kaufen, um dann auf eine Sichtschutzwand zu blicken: Unsere 6-Eck- und 8-Eck-Pavillons bestellen Sie auch mit einer oder mehreren geschlossenen Seiten. Solche Rückseiten haben kein Fenster und eignen sich für Kleiderhaken oder Regale. Den Abstand klärt der nächste Abschnitt.
Ist ein Gartenpavillon genehmigungspflichtig?
Bauordnungsrecht ist Landesrecht, eine bundesweit einheitliche Antwort gibt es nicht. Verfahrensfrei sind Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten (Stand Oktober 2026):
- Bayern: bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt, außer im Außenbereich.
- Nordrhein-Westfalen: bis 75 m³, im Außenbereich nur für land- oder forstwirtschaftliche Betriebe.
- Baden-Württemberg und Niedersachsen: bis 40 m³ im Innenbereich, bis 20 m³ im Außenbereich.
Die Details finden Sie für NRW, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Folgende Punkte entscheiden:
- Die Nutzung: Aufenthaltsräume sind nicht verfahrensfrei. Entscheidend ist die Zweckbestimmung, nicht die Möblierung. Ein Bett macht den Pavillon zum Schlafraum, eine Sonnenliege ist unproblematisch.
- Die Ausstattung: Beheizen Sie den Pavillon oder installieren Sie einen Grill fest, gilt das als Feuerstätte. Bei einem Grillpavillon klären Sie das vorher mit dem Bauamt.
- Die Größe: Der Brutto-Rauminhalt wird aus den Außenmaßen berechnet. Nicht untergeordnete Dachüberstände zählen mit.
- Das Fundament: Hier korrigieren wir unsere frühere Aussage. Ein festes Fundament, das wir wegen der Lebensdauer weiter empfehlen, macht den Pavillon nicht automatisch genehmigungspflichtig. Keine Landesbauordnung nennt die Gründung als Ausschlussgrund.
- Der Bebauungsplan: Er regelt, wo und wie Sie bauen dürfen.
Rechenbeispiel: Ein Pavillon mit 3 × 3 m Grundfläche und angenommenen 2,8 m Höhe hat rund 25 m³. Bei 3,6 × 3,6 m sind es rund 36 m³. Beide liegen unter 40 m³. Das Pyramidendach macht den echten Wert kleiner, das Bauamt bestätigt ihn.
Abstand: Verfahrensfrei heißt nicht abstandsfrei. In Bayern und NRW beträgt die Abstandsfläche grundsätzlich 0,4 H, mindestens 3 m. Kleine Gebäude ohne Aufenthaltsräume sind ausgenommen: in Bayern bei höchstens 3 m mittlerer Wandhöhe und 9 m Länge je Grenze, in NRW bis 30 m³. Der 36-m³-Pavillon aus dem Beispiel braucht in NRW also den vollen Abstand. Mehr dazu im Ratgeber zum Abstand zur Grundstücksgrenze.
Ein Gang zum Bauamt bringt Ihr Projekt in trockene Tücher
Lassen Sie sich vor dem Kauf auf dem Bauamt beraten. Selbst wenn eine Genehmigung fällig wird, ist das keine Katastrophe: Für kleine Gartenhäuser gibt es oft vereinfachte Verfahren, und die Gebühren sind nur ein Bruchteil dessen, was ein Wohnhaus kostet. Lässt der Bebauungsplan keine Neubauten zu, können Sie eine Ausnahme beantragen. Wir liefern Ihnen Baupläne, Grundrisse und Spezifikationen für den Antrag. Rückt ein genehmigungsfreier Pavillon näher an die Grenze, informieren Sie vorab den Nachbarn.
Was kostet ein fester Pavillon?
Rundum geschlossene Holzpavillons liegen bei uns derzeit zwischen etwa 4.000 und 8.000 €. Beispiele: „Seattle“ 3 × 3 m ab 5.440 €, „Katrin“ 4 × 4 m ab 6.520 €, „Albatros“ 5 × 3 m ab 6.930 €. Die Montage kostet extra, beim „Albatros“ 2.060 €. Holzpreise folgen dem Weltmarkt und schwanken, prüfen Sie den Stand kurz vor dem Kauf.
Ist ein Pavillon winterfest?
Holzpavillons und Gartenlauben haben Dächer mit Dachpappe und Dachschindeln und gelten als winterfest. Unsere Gartenpavillons sind auf 125 kg/m² Schneelast ausgelegt. Lockerer Schnee wiegt etwa 50 kg/m³, das entspricht rechnerisch 2,5 m Schneehöhe. Nasser Schnee ist deutlich schwerer. In höheren Lagen prüfen Sie die Schneelastzone nach DIN EN 1991-1-3: Sie hängt von Region und Geländehöhe ab.
Für die Lebensdauer zählen ein trockener Standort, ein gutes Fundament und gute Um- und Unterlüftung. Das Umweltbundesamt rät zu konstruktivem Holzschutz: Holz vom Erdreich fernhalten, große Dachüberstände gegen Schlagregen. Nicht winterfest sind nicht verankerte Pavillons und Gartenzelte mit Stahlgerüst und Textil. Bauen Sie sie spätestens vor dem ersten Schneefall ab.
Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es für Gartenlauben und Gazebos?
Im Winter werden sie seltener genutzt, aber es gibt Naturliebhaber, die vom trockenen Sitzplatz aus Vögel beobachten. Bei einem Rodelhang dient die Laube als Basis für den Wintersport. Die Hauptzeit ist die warme Jahreshälfte: Pause bei der Gartenarbeit, Treffen mit Freunden, Al-fresco-Dinner oder Gartenparty. Die offene Bauweise bringt Sie nah an die Natur: Sie spüren jeden Windhauch, und wenn Sie ruhig sitzen, kommen die Vögel nahe heran. Das erleben Sie im geschlossenen Pavillon nicht.
Sie träumen von einem Sitzplatz im Grünen?
Eine offene Gartenlaube gibt Ihnen Schatten und Regenschutz, ohne die Natur auszusperren. Wählen Sie die Größe, die zu Essplatz und Terrasse passt.
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Die Pergola als Rankhilfe
In italienischer Tradition wächst über der Pergola gerne Wein. Fragen Sie nach frostfesten, pilzwiderstandsfähigen Sorten, sogenannten PIWI-Sorten wie „Regent“ oder „Solaris“. Reben erreichen 3 bis 10 m Höhe. Weitere winterharte, schnellwachsende Kletterpflanzen:
- die Clematis-Arten
- die Kletterrosen
- die Passionsblumen
- die Kletterhortensien
- der Wilde Hopfen
- der Spindelstrauch
- der Blauregen
- der Efeu, der sogar im Schatten schnell und dicht wächst
Die Winterhärte hängt von Sorte und Lage ab. Bei Kindern und Haustieren verzichten Sie besser auf Giftiges: Beim Blauregen sind Samen und Hülsen giftig, Efeu ist in allen Teilen giftig, ebenso der Gewöhnliche Spindelstrauch. Blauregen wächst sehr kräftig und braucht eine stabile Rankhilfe.
Baurechtlich ist die Pergola unkompliziert, solange sie nach oben offen bleibt: In NRW ist sie unabhängig von der Größe verfahrensfrei. Mit festem Dach wird daraus eine Terrassenüberdachung, die in NRW nur bis 30 m² und 4,50 m Tiefe verfahrensfrei ist. Mehr zum Aufbau lesen Sie unter Was ist eine Pergola?. Solche Pflanzen eignen sich auch als Sicht- oder Schallschutz an anderen Gartengebäuden. An den Gebäuden selbst kann Bewuchs die Lüftung behindern und die Lebensdauer verringern.

Welche Nutzungsmöglichkeiten gibt es für geschlossene Holzpavillons?
Ein rundum verglaster Pavillon lässt sich im Prinzip wie ein Gartenhaus nutzen. Weil man von allen Seiten hineinsieht, dient er meist dem vorübergehenden Aufenthalt: allein, zu zweit oder beim gemeinsamen Essen. Als Werkstatt ist er zu schade, als Atelier für Künstler ideal. Sogar für die Frühanzucht von Gemüse taugt er, wenn ein elektrischer Frostwächter vor Spätfrösten schützt.
Häufig gestellte Fragen
Oft nicht. Gebäude ohne Aufenthaltsraum, Toilette und Feuerstätte sind in Bayern und NRW bis 75 m³ verfahrensfrei, in Baden-Württemberg und Niedersachsen bis 40 m³. Heizung, fester Grill oder Lage im Außenbereich ändern das. Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten trotzdem.
Ein Pavillon ist meist rundum geschlossen und verglast. Ein Gazebo oder eine Gartenlaube ist seitlich offen, hat aber ein festes Dach. Eine Pergola hat kein Dach und dient als Rankgerüst.
Quellen
- Pavillon – Wikipedia
- Gazebo – Etymonline
- § 62 BauO NRW 2018 – bauportal.nrw
- Art. 57 BayBO
- Verfahrensfreie Bauvorhaben – Service BW
- Anhang NBauO – NI-VORIS
- BayBO, Art. 6 Abstandsflächen
- BauO NRW 2018, § 6 – recht.nrw.de
- Aufenthaltsraum – Genehmigungscheck
- Gartenhaus mit Fundament – Genehmigungscheck
- Gartenhäuser – Stadt Mönchengladbach
- Terrassenüberdachung in NRW – wohneigentum.nrw
- Weinrebe – Der Palmenstadl
- Giftige Pflanzen im Garten – NDR
- Winterharte Kletterpflanzen – Plantura
- Holzschutzmittel – Umweltbundesamt
- DIN EN 1991-1-3/NA Schneelasten
- Gartenpavillons – Hansagarten24
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