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Die Geschichte des Schrebergartens

Ein Gartenhaus mit Terrasse – Gesundkur im Garten

Der Schrebergarten ist heute aus deutschen Städten nicht mehr wegzudenken. Rund eine Million Kleingärten gibt es in Deutschland, die meisten davon sind Schrebergärten, und etwa fünf Millionen Menschen halten sich hier regelmäßig auf. Doch woher kommt der Name und wie hat sich das Konzept der kleinen Gärten entwickelt? Bei uns lesen Sie die Geschichte der Schrebergärten und warum sie noch heute eine besondere Faszination auf uns ausüben.

Die Anfänge im 19. Jahrhundert

Der Ursprung des Schrebergartens liegt im 19. Jahrhundert. Damals zogen immer mehr Menschen vom Land in die schnell wachsenden Städte, um dort in den Fabriken zu arbeiten. Die Wohnverhältnisse in den Arbeitervierteln waren oft beengt und ungesund. Eigene Gärten konnten sich zu dieser Zeit nur die Reichsten leisten. Schon 1814 wurden in Schleswig-Holstein sogenannte Armengärten an arme Stadtbewohner:innen vermietet, durch welche sie ihr Einkommen und ihre Ernährung verbessern konnten. Weitere Armengärten entstanden unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main und Dresden. Vielerorts wurde die Entstehung von Kleingärten jedoch durch die hohen Bodenpreise ausgebremst.

Der Schrebergarten dagegen hatte anfangs nichts mit einer Kleingartenanlage gemein. Der Name stammt von dem Arzt und Pädagogen Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808 – 1861). Er führte die gesundheitlichen Probleme von Kindern auf Bewegungsmangel zurück und plante Spiel- und Tummelplätze. Diese sollten Kindern und Jugendlichen einen Ort zum Spielen unter freiem Himmel und Eltern einen Ort bieten, an welchem sie sich über erzieherische Methoden informieren konnten.

Der erste Schreberverein wurde 1864 vom Leipziger Schuldirektor Ernst Innocenz Hausschild eingerichtet, der dafür eine große Wiese pachtete und sie Schreberplatz nannte. Der Anbau von Obst und Gemüse begann erst später in Form von Kinderbeeten am Rande der Spielplatz-Wiese, aus denen schließlich Familienbeete und 1870 einzelne Parzellen wurden. Diesem ersten Schreberverein folgten weitere in Leipzig und schließlich auch anderen Teilen Deutschlands. Noch heute beherbergt das Vereinshaus des ersten Schrebervereins in Leipzig das deutsche Kleingärtnermuseum.

Die frühen Schrebergärten bestanden meist aus locker angeordneten Parzellen, die von Hecken oder Zäunen umgeben waren. Gepflanzt wurde hauptsächlich Gemüse und Obst zur Selbstversorgung. Aber auch Zierpflanzen wurden angebaut. Lauben oder Gartenhäuschen suchte man auf den Parzellen zunächst vergeblich.

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Erholung und Selbstversorgung

In den folgenden Jahrzehnten nahm die Bedeutung des Kleingartenwesens stetig zu. Immer mehr Menschen zog es in die Ballungszentren und die Schrebergärten boten den Arbeiter:innen und ihren Familien ein Refugium, in welchem sie sich vom hektischen Großstadtleben zurückziehen konnten. Zugleich lieferten die Parzellen einen wichtigen Beitrag zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse in Zeiten der Industrialisierung.

In Leipzig, der Geburtsstadt der Schrebergärten, gab es um die Jahrhundertwende bereits über 5000 Kleingärten. Auch in anderen Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München boomte die Kleingartenkultur. Die Menschen schätzten die Möglichkeit, dem hektischen Großstadtleben für einige Stunden zu entfliehen und im eigenen Garten die Natur zu genießen.

Der Kleingarten während der Weltkriege

Während der beiden Weltkriegen gewannen die Schrebergärten enorm an Bedeutung. Da Lebensmittel knapp waren, wurden die Parzellen intensiv zur Selbstversorgung genutzt. Ein Kleingarten konnte eine Familie vor dem Hungertod bewahren.

In der Zwischenkriegszeit flaute die Nutzung kurzzeitig ab. Doch bereits gegen Ende der 1920er-Jahre stieg die Nachfrage nach Kleingärten wieder an, als sich die wirtschaftliche Lage verschlechterte. Zu dieser Zeit erfolgte zudem eine Vereinigung der unterschiedlichen Kleingartenbewegungen zum Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands. In der Zeit des Nationalsozialismus dienten Kleingärten zudem als Versteck. Einige von den Nazis Verfolgte wie die Berliner Jüdin Ruth Winkelmann überlebten hier den Holocaust.

Wechselhafte Beliebtheit in der Nachkriegszeit

Einen regelrechten Boom erlebten die Schrebergärten nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Menschen hatten ihre Wohnungen verloren und lebten in Notunterkünften. Die Kleingärten ermöglichten einerseits, Gemüse anzubauen und so die karge Rationierung zu umgehen. Andererseits nutzten einige Bewohner:innen zerstörter Häuser ihre Kleingärten zum Wohnen. Genehmigungen hatten sie hierfür zwar nicht, doch aufgrund des Wohnungsmangels drückten die Behörden oft beide Augen zu und räumten manchen Menschen sogar ein lebenslanges Wohnrecht in ihren Gartenhäuschen ein.

Mit der Teilung in BRD und DDR teilte sich die Kleingartenbewegung erneut in eine staatliche Form in der DDR und einen privaten Verein in der BRD auf. In der DDR mussten Kleingärtner:innen ihre Ernteerzeugnisse teilweise zu Ankaufstellen bringen, um die Lebensmittelversorgung der Gesamtbevölkerung zu sichern, während im Westen mit dem deutschen Wirtschaftswunder die Bedeutung der Selbstversorgung abnahm und der Ziergarten an Beliebtheit gewann. Mit der Wiedervereinigung entstand schließlich der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG), der bis heute die Interessen deutscher Kleingärtner:innen vertritt.

Da sich viele junge Menschen nicht für den Anbau von Zierpflanzen interessierten, wurde manche Kleingartenanlage zum reinen Rentner:innenverein, in dem Spießigkeit und Missgunst herrschten. Immer weniger Menschen interessierten sich für das Kleingartenwesen und viele Kleingärten verschwanden, zumal der Platz in den Städten durch den zunehmenden Wohnungsbau immer knapper wurde.

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Der Kleingarten heute

Die Schrebergärten sind zu einer eigenen Kultur geworden; mit ihren typischen Lauben, gepflegten Beeten und geselligem Vereinsleben. Manche sehen sie gar als Spiegelbild des deutschen Kleingeistes. Doch sie sind viel mehr: Rückzugsorte vom hektischen Alltag und grüne Oasen in der Stadt. Auch junge Menschen entdecken den Kleingärtnerverein wieder als ein Stück Unabhängigkeit und Lebensfreude. Da in den meisten Städten die Nachfrage das Angebot übersteigt, müssen Interessierte teilweise jahrelang warten, bis Ihnen Ihre Gärten zugeteilt werden.

Gängige Alternativen zu eigenen Gärten sind heute Balkone mit Hochbeeten und das sogenannte Urban Gardening in städtischen Gemeinschaftsgärten. Hier tun sich Anwohner:innen zusammen, um gemeinsam kleine Biotope mitten in der Stadt zu erschaffen, die sowohl der Selbstversorgung als auch der tierischen und pflanzlichen Artenvielfalt dienen.

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