Gartenhäuser zur Frühanzucht von Gemüse nutzen – Geht das?

Gartenhäuser zur Frühanzucht von Gemüse nutzen – Geht das?

Gartenhäuser sind im Vergleich zu Gewächshäusern bei der Frühanzucht von Gemüsen doch nur zweite Wahl, werden Sie vielleicht sagen aber das ist nicht ganz richtig. Es gilt zwei Aspekte zu beachten:

  1. Helligkeit
  2. Temperaturen

Was die Helligkeit angeht, dürften in den meisten Fällen Gewächshäuser mehr bieten. Allerdings gibt es moderne Gartenhäuser, die mit großen, raumhohen Fensterflächen aufwarten, in denen die Lichtverhältnisse durchaus für Frühanzuchten geeignet sind. Aber sogar kleinere Fenster sind nutzbar, etwa indem Sie einen Tisch davor stellen, auf dem Sie Ihre Frühanzuchtstation einrichten oder auch indem Sie die Fensterbank innen vergrößern, etwa mit einer beschichteten Küchenplatte aus dem Heimwerkermarkt, die dann auch noch den Vorteil hat, wasserabweisend und abwischbar zu sein.

In diesen Fällen ist ein Argument für Gewächshäuser eher, dass in ihnen durchschnittlich mehr heller Platz sein dürfte als in Gartenhäusern, wo der wirklich helle Platz auf die Bereiche hinter den Fenstern reduziert ist. Auch keine Katastrophe, denn Gartenhäuser werden ja meist auch noch für alles mögliche andere genutzt, so dass viel mehr Platz meist sowieso nicht zur Verfügung steht.

Bei Temperaturen haben die Gartenhäuser die Nase vorn

Denn insbesondere isolierte und bereits beheizte Gartenhäuser brauchen für die erforderlichen Temperaturen natürlich viel weniger Energieaufwand als selbst ein recht gut isoliertes Gewächshaus, welches vielleicht noch zusätzlich mit Noppenfolie abgedeckt ist.

Aber auch Gartenhäuser, die nicht isoliert sind und normalerweise nicht beheizt werden, sind – etwa mit einem elektrischen Frostwächter – wohl kostengünstiger frostfrei zu halten, als Gewächshäuser. Zumindest gilt das für die dunkle Zeit des Jahres, in der die Sonne noch tief steht und nicht viel zu einer Erwärmung im Inneren beitragen kann.

Der Grund liegt sicher in der dem Holz als Baustoff für Gartenhäuser innewohnenden hervorragenden Wärmedämmfähigkeit, mit der weder Glas, noch Plexiglas, auch nur ansatzweise mithalten können, selbst wenn sie mit Noppenfolie belegt sind.

Profis haben vielleicht auch schon Gasheizungen als Frostwächter entdeckt. Diese können mit Gasflaschen betrieben werden und ermöglichen eine noch kostensparendere Alternative zu den elektrischen Frostwächtern.

Isolierte Gartenhäuser bieten zusätzliche Optionen

Wenn wir einmal etwas tiefer in die Frage einsteigen, welche Gartenhäuser für welche Gemüsesorten geeignet sind, dann kommen wir darauf, dass insbesondere südliche Arten, wie etwa Tomaten, Chilis, Paprikas oder auch Auberginen für die Keimung eher warme Temperaturen im Bereich zwischen 20 und 25°C benötigen.

Hier kommen wir natürlich bei nicht isolierten Gartenhäusern, die normalerweise im Winter nicht bewohnt werden, schnell an Grenzen. Solche Temperaturen findet man im Winter normalerweise ausschließlich in bewohnten Räumen, ob es nun Wohnungen oder bewohnte Gartenhäuser sind. Und selbst da sind die Temperaturen oft zu niedrig für diese mediterranen Gemüsearten, so dass die Aussaatgefäße auch oft auf Heizkörper gestellt werden, um die zur Keimung erforderlichen Bodentemperaturen zu erreichen.
Da ist es ein glücklicher Umstand, dass diese Gewächse im Allgemeinen nicht zu den Lichtkeimern gehören. Man kann sie also auch bei eher kärglichen Lichtverhältnissen erst mal keimen lassen und den Keimling dann in besseres Licht verbringen, wobei die Temperaturen dann nicht mehr so hoch sein müssen.

Frostfreie Gartenhäuser sind ideal für viele Gemüsearten

Das umfasst bereits gekeimte wärmeliebende südliche Arten, die in Gartenhäusern, die gerade mal frostfrei sind, wohl nicht viel wachsen aber jedenfalls auch nicht vergeilen, wie es im warmen Wohnhaus und mit weniger Licht passieren könnte. Im Winter und im frühen Frühjahr gibt es immer auch wärmere Phasen um die 10°C, in denen die im Warmen gekeimten Setzlinge dann auch weiter wachsen, bis sie dann ab dem 20.Mai als schöne, kräftige Pflänzchen ins Freie können.

Auf diese Weise verlängern Sie die Vegetationsperiode genug, dass die Pflanzen im Spätsommer dann auch genug Zeit haben, ihre Früchte zur Reife zu bringen.

Etwas anders verhält es sich mit den Wintergemüsen. Eine umfangreiche Liste frostharter heimischer Gemüsearten finden Sie in unserem Artikel über Wintergemüse. Diese keimen auch schon bei Temperaturen um die 5°C und Sie gewinnen mit der Frühaussaat und frühen Kultivierung im frostfreien Gartenhaus ein paar Wochen Vorsprung vor direkt ins Freiland gesäten Exemplaren. Möhren, beispielsweise, kann man ja schon im Februar ins Freiland säen.

Ab wann können Sie Ihr Gartenhaus für Frühanzuchten nutzen?

Die Liebhaber südlicher Gemüsearten haben vielleicht schon im Januar ihre Keimlinge in frostfreie Gartenhäuser untergebracht. Wenn Sie diese Möglichkeit haben, in Ihrem Gartenhaus eine solche helle aber kühle Frühanzuchtstation einzurichten, dann kann das auch ganz gut funktionieren. Tomaten, die schon im Januar ausgesät werden und dann im Warmen weiterwachsen, können Ende Mai dann schon weit über einen Meter groß sein. Wenn sie im Topf gut festgebunden sind, können Sie das machen aber es hängt tatsächlich immer von Ihren individuellen Umständen und Vorlieben ab, wie früh Sie anfangen möchten.

Februar und März dürften für wärmeliebende Arten in den meisten Fällen als Aussaattermine besser sein und trotzdem noch eine brauchbare Saisonverlängerung ermöglichen.

Die meisten Wintergemüse können bereits im Februar in den Frühanzuchtstationen der Gartenhäuser ausgesät werden und dann bereits im April, manche auch schon im März ins Freiland. Achten Sie auch auf die Frosthärte Ihrer Sorten. Für manche Blumenkohlsorten zum Beispiel könnte es auch besser sein, bis Anfang Mai mit der Auspflanzung ins Freiland zu warten.

Frostfreie Gartenhäuser verlängern die Gartensaison

Übrigens, wenn Sie die Frühanzuchtstation im Gartenhaus optimal nutzen möchten, dann beginnen Sie früh mit der Aussaat von frostharten Gemüsen, pflanzen die Jungpflanzen schon Ende März bis Anfang April ins Freiland und nutzen den freiwerdenden Platz im Gartenhaus dann zur Weiterkultivierung von Keimlingen schnell wachsender wärmeliebender Gemüse, wie Tomaten, Zucchini oder Gurken.

Das geht am besten, wenn Sie die Jungpflanzen der frostharten Sorten auch wirklich möglichst kalt anziehen, also bei leichten Minus bis wenigen Plusgraden, damit sie Gelegenheit haben, sich noch an die kalten Temperaturen anzupassen. Wenn Ihr Frostwächter das nicht zuverlässig schafft, sondern die Temperaturen im Inneren eher zwischen 5 und 10°C hält, könnte es passieren, dass diese Jungpflanzen die im April noch zu erwartenden Nachtfröste nicht überstehen. Bei Frühanzuchten dieser winterharten Arten ist viel mehr als bei den im August bis Oktober ausgesäten Wintergemüsen auf eine frühe, sorgfältige Anpassung an die Kälte zu achten.

Bei Fragen oder Anregungen, kontaktieren Sie uns oder rufen Sie Dean unter der Nummer 0 89 3803 5582 an.

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