Holzhäuser: Uralt und doch modern

Veröffentlicht am: 20.09.2023  /  Zuletzt aktualisiert am: 21.07.2026

Verlassenes Holzhaus vor Sonnenuntergang

Holzhäuser werden schon seit Jahrtausenden gebaut und sind eng mit der Sesshaftwerdung des Menschen verbunden. Heute jedoch wohnen die meisten Deutschen in Häusern aus Ziegel oder Beton. Wie ist das Holzhaus aus der Mode gekommen, mit welchen Vorurteilen ist es behaftet und welche Vorteile haben Holzhäuser? Das erfahren Sie bei uns.

Die Anfänge der Holzbauweise in Europa

Holzhäuser waren die ersten stationären Behausungen, die Schutz vor wilden Tieren und der Witterung boten. In Europa waren seit der Jungsteinzeit Pfahlbauten besonders beliebt, wie Ausgrabungen in der Schweiz, Frankreich, Schottland, Italien und Litauen beweisen. Bei der Pfahlbauweise werden Holzhütten in der Nähe eines Gewässers auf Stützen gebaut. Diese Bauweise hatte den Vorteil, dass Wiesen und Felder für die Landwirtschaft genutzt werden konnten. Gleichzeitig eröffnete die Nähe zum Wasser einfache Transportwege für die Bewohner:innen der Pfahlbauten und erschwerte Fremden das Eindringen in die Behausungen.

Bei den Holzhütten, die auf den Pfählen errichtet wurden, handelte es sich um Blockhäuser. Bei dieser Bauweise werden Holzstämme an beiden Enden eingekerbt und so übereinander geschichtet, dass sich die Einkerbungen an den Ecken des Hauses verbinden. So entsteht ein massives und stabiles Holzhaus. Zwischen der Kupfer- und Bronzezeit wurden in dieser Weise bis zu sechs Hektar große Siedlungen gebaut – das sind mehr als acht Fußballfelder.

Altes Blockhaus in den Alpen
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Ebenfalls verbreitet waren in der Steinzeit die Pfostenbauten, bei denen Holzpfosten in den Boden gerammt wurden. Diese bildeten das Skelett des Hauses, das mit Lehm oder Flechtwerk gefüllt wurde. Anders als Blockhäuser hatten diese Holzhäuser jedoch eine kurze Lebensdauer von maximal 30 Jahren, weil die in den Boden gerammten Pfosten ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Weil die gesamte Last des Hauses auf ihnen ruhte, konnten sie nicht ausgetauscht werden.

Holzhäuser im mitteleuropäischen Mittelalter

Während die Menschen nördlich der Alpen noch in verrottenden Pfostenbauten wohnten, gab es im antiken Rom längst Aquädukte und Steinhäuser mit Fußbodenheizung. Eine weitere beliebte Bauweise waren hier die Fachwerkhäuser, die sich im 12. Jahrhundert n. Chr. auch in Mitteleuropa etablierten. Das Grundgerüst eines Fachwerkhauses bilden horizontale Balken (Schwelle), die meist durch einen steinernen Sockel vor Feuchtigkeit von unten geschützt wurden. Auf der Schwelle werden vertikale Balken angebracht, die Ständer genannt werden. Zwischen den Ständern sorgen weitere horizontale Balken (Riegel) für eine gleichmäßige Verteilung der Last des Hauses. Eine Unterform des Fachwerks ist die Holzständerbauweise oder Ständerbauweise. Bei der Holzständerbauweise reichen die Ständer vom Boden bis zum Dach, statt von Riegeln unterbrochen zu werden. In Deutschland sind bis heute Fachwerkhäuser aus dem 13. Jahrhundert erhalten – wobei die originale Bausubstanz immer wieder erneuert wurde und heute kaum noch erhalten ist. Mit dem Fachwerkbau entstanden die ersten mehrgeschossigen Holzhäuser in Mitteleuropa und auch der konstruktive Holzschutz wurde immer bekannter.

Mittelalterliche Fachwerkhäuser
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Bauweisen der Industrialisierung

Durch die Industrialisierung wurden Stahl, Ziegel und Beton zum Massenprodukt und so wurde im 19. Jahrhundert insbesondere in den Städten das Holzhaus zunehmend durch das Steinhaus ersetzt. Um kosteneffizient bauen und der immer weiter wachsenden Stadtbevölkerung genügend Wohnfläche zur Verfügung stellen zu können, wurden Wohnhäuser immer weiter standardisiert. Es entstanden sogenannte Mietkasernen, schmucklosen Mehretagenhäuser, außerhalb der Altstädte.

Holzrenaissance zur Jahrtausendwende

Im 20. Jahrhundert wurden neue Baustoffe wie die OSB-Platte, Brettsperrholz und Furnierschichtholz entwickelt und bekannte Bauweisen perfektioniert, sodass das Holzhaus wieder an Beliebtheit gewann. Die Baumaterialien der Industrialisierung wurden hierbei regelmäßig mit dem Traditionsbaustoff Holz verbunden. In der Berlin entstand beispielsweise 1986 ein sechsgeschossiges Haus aus Holz und Beton. Die Vorteile von Holzhäusern beziehungsweise Hybridkonstruktionen wurden primär in der Energieeffizienz und der Vorfertigung gesehen, die einen schnelleren Bau ermöglicht. Inzwischen gibt es sogar Hochhäuser aus Holz – unter anderem in Heilbronn.

Moderne Holzhäuser in Stockholm
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Warum wird in Deutschland überwiegend aus Stein gebaut?

Trotzdem ist heute Holz kein Bestandteil der meisten Bestands- und Neubauten in Deutschland. Das liegt unter anderem daran, dass die deutsche Baugesetzgebung sich lange am konventionellen Massivhaus aus Beton orientiert und den Bau von Holzhäusern dadurch erschwert hat. Mittlerweile wurde die Muster-Holzbaurichtlinie mehrfach überarbeitet und wirft Holzhäusern weniger Steine in den Weg.

Ein weiterer Faktor sind die Vorurteile, die bei vielen Bauherr:innen über den Baustoff Holz vorherrschen. Dabei geht es primär um den Brandschutz, denn Holz brennt bekanntermaßen besser als Stein. Ein Versuch der TU München hat allerdings bewiesen, dass selbst ein mehrstöckiges Holzhaus keiner größeren Brandgefahr ausgesetzt ist als ein Steinhaus und selbst den Vollbrand einer einzelnen Wohnung überstehen kann.

Dank solcher Versuche ist das Vertrauen in das Holzhaus in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Bei neu gebauten Holzhäusern handelt es sich trotzdem primär um Einfamilienhäuser. Doppelhäuser und insbesondere Mehrfamilienhäuser werden immer noch kaum aus Holz gebaut: 2021 waren von 100 neuen Mehrfamilienhäusern gerade einmal 3,9 aus Holz, bei den Einfamilienhäusern waren immerhin 22,4 von 100 neuen Häusern aus Holz.

Das Steinhaus ist eine Umweltsau

In Deutschland ist der Bausektor für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weltweit entfallen laut dem WWF 40 Prozent der produzierten Energie auf den Bausektor. Das liegt daran, dass die Herstellung und der Transport von Beton, Ziegeln und Stahl aufwendig und ressourcenintensiv sind. Auch beim Rückbau von Gebäuden entstehen Kosten und Umweltschäden, da die Baustoffe oft kontaminiert sind und nicht recycelt werden können.

Vorteile von Holzhäusern

Anders als Stahl oder Beton handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff. Bäume können relativ schnell wieder aufgeforstet werden, um den Bedarf an Bauholz nachhaltig zu decken. Während des Wachstums binden die Bäume zudem große Mengen des Treibhausgases CO₂. Dieser im Holz gespeicherte Kohlenstoff bleibt auch in verbautem Holz langfristig gebunden, wodurch Holzhäuser aktiv zum Klimaschutz beitragen. Am Ende seiner Lebensdauer lässt sich Holz zudem gut wiederverwerten, sei es durch Verbrennung und Energienutzung oder durch die Weiterverarbeitung zu Spanplatten und anderen Produkten. Auch bei der Herstellung und dem Transport von Holzbaustoffen fällt deutlich weniger CO₂ an als bei anderen Materialien, sofern das Holz aus regionalem Anbau stammt. Deshalb beziehen wir unser Holz aus europäischem Anbau und wählen nur das beste, langsam gewachsene Holz der nordischen Fichte aus.

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Holz senkt den Energiebedarf auch dadurch, dass es über hervorragende wärmedämmende Eigenschaften verfügt. Zudem reguliert es die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und erzeugt eine angenehme Wohnatmosphäre. Entgegen der weitverbreiteten Vorstellungen ist auch der Schallschutz in einem modernen Holzhaus nicht schlechter als in einem Steinhaus.

Holz ist ein zeitloser Baustoff

Das Holzhaus verbindet die Vorzüge einer jahrhundertealten Bautradition mit den Möglichkeiten moderner Technik und ermöglicht ein gesundes Wohnen in Einklang mit der Natur. Seine ökologischen Vorteile machen das Holzhaus zur idealen Wahl für umweltbewusste Bauherr:innen. Mittlerweile werden sogar architektonische Großprojekte als Holzbauten umgesetzt.

In unserem Online-Shop finden Sie eine Vielzahl von Holzhäusern – von Geräteschuppen über Carports, Garagen und Saunen zu großzügigen Ferienhäusern. Unsere Blockbohlenhäuser werden in der altbewährten Blockbauweise hergestellt und überzeugen daher durch herausragende Stabilität und Energieeffizienz.