Gartenhaus aus Plastik, Metall oder Holz?

Was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien?

Planen Sie, ein Gartenhaus anzuschaffen? Sei es als Gerätehaus, als Gartenhütte zur Verwahrung von Gartenwerkzeugen oder Gartenmöbeln oder als bewohnbares Gebäude, wie eine Gartenlounge, einen Gartenpavillon, eine Gartensauna, ein Gästehaus oder eine Werkstatt? Wenn Sie nicht viele Sachen haben, die einen sicheren und trockenen Ort suchen, dann reicht vielleicht auch schon ein größerer Gartenschrank? Wie man schon ahnen kann, sind die Anforderungen an ein solches Gartengebäude je nach Nutzung sehr verschieden. Die Angebote, die früher fast ausschließlich Holzhäuser umfassten haben aber in letzter Zeit an Vielfalt zugenommen. Nicht nur die Vielfalt der angebotenen Gartenhäuser aus Holz in Größe, Bauart, Stil und Extras ist durch die vielen konkurrierenden Anbieter und die Möglichkeit des Einkaufs über das Internet enorm angestiegen, sondern es sind auch andere Materialien dazu gekommen. Metallgebäude wurden bisher eher nur als Garagen angeboten und Plastik als Material für eine Gartenhütte gab´s eher nur für Kinder, Katzen oder Hunde.

Anlässlich dieser neuen Vielfalt möchten wir einmal die Eigenschaften der verschiedenen Materialien in Hinblick auf die Eignung für verschiedene Nutzungen als Gartengebäude untersuchen und ihre Vor- und Nachteile zusammenstellen.

Das Gartenhaus aus Holz

Das Gartenhaus aus Holz ist natürlich nach wie vor die beliebteste Version. Sie sind vielseitig einsetzbar, praktisch in der Handhabung und langlebig. Neben den Gründen, die in der Tradition begründet sind, dass andere Materialien, abgesehen von Stein, noch nicht so lange zur Verfügung stehen, liegt es vor allem daran, dass wir im Garten die Nähe zur Natur suchen. Hier kommt ein Element der Sympathie zu dem natürlichen Baustoff zum Tragen, der sich nur schwer messen oder abwägen, sondern eher fühlen und erleben lässt.

Vorteile:

Die Liste der Vorteile ist tatsächlich lang. Fangen wir einmal mit Nutzungen an, die einen Aufenthalt im Gartenhaus aus Holz bedingen

  • Raumklima: Holz wird als Baumaterial für Häuser genutzt, etwa Blockhäuser oder moderne Niedrigenergiehäuser, weil es ein angenehmes Wohnklima erzeugt, Feuchtigkeit und Gerüche aus der Luft absorbiert und nebenher noch ein hochwirksamer natürlicher Wärmedämmstoff ist. Alle diese Eigenschaften machen e zur ersten Wahl für bewohnte oder teilweise bewohnte Holzhäuser im Garten, wie Werkstätten, Saunen, Hobbyräume oder Gästehäuser.
  • Bei offener Konstruktion, das heißt ohne innere luftundurchlässige Schichten, wird Kondenstation auch kein Thema sein, was Holzschuppen, Gerätehäusern oder Lagerräumen im Garten aus Holz den wichtigen Vorteil einer durchgehenden trockenen Aufbewahrung Insbesondere sind dabei auch Gartenhäuser mit unterlüfteten Holzböden zu bevorzugen.
  • Holz ist bei trockener Bauweise und guter Pflege jahrhundertelang haltbar.
  • Ein Gartenhaus aus Holz ist auch für den nur durchschnittlich ausgerüsteten Hobbyhandwerker individuell ausbaubar. Holzregale einbauen, Lagerspeicher unter dem Dachgiebel bauen, Hakenleisten an die Wände schrauben, ein Vordach anbauen, einen Dachüberstand verlängern, wo man etwas unterstellen möchte, ja sogar der Einbau von Saunen, Werkbänken, Hängeschränken, der nachträgliche Einbau von Fenstern und so weiter sind alles keine größeren Probleme für einen Handwerker und machen sogar Spaß. Eine individuellen Gestaltung findet bei einem Gartenhaus aus Holz lediglich in der Phantasie seines Besitzers eine Grenze. In dieser Beziehung haben die anderen Materialien klar nichts entgegen zu setzen.
  • Stabilität: Sogar selbstgebaute Gartenhäuser, etwa in Holzrahmenkonstruktionen mit 20mm dicken Planken haben oft eine gute Stabilität. Umso mehr gilt das, wenn Sie ein Gartenhaus in Blockbohlenbauweise aus 40mm oder dickeren Bohlen mittels stabiler Eckverbindungen aufeinandersetzen. Entsprechende Verankerung vorausgesetzt halten solche Holzhäuser jedem Sturm oder Erdbeben problemlos stand. Auch Einbruchsversuchen lässt sich mit einfachen Mitteln ein Riegel vorschieben. Wir haben bereits einmal einen Artikel darüber verfasst.
  • Gartenhäuser aus Holz lassen sich meist so, wie sie aufgebaut werden auch wieder abbauen und woanders wieder aufbauen oder gebraucht verkaufen.
  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Die Gartenhäuser werden meist direkt dort, wo das Holz herkommt hergestellt. Wenn das Holzhaus einmal ausgedient hat, dann kann man die Bretter einfach auf dem Boden liegen lassen und sie verwandeln sich wieder in natürlichen Dünger. Der ökologische Fußabdruck ist minimal und besser als bei anderen Materialien.
  • Auswahl: Es gibt eine Riesenauswahl von verschiedenen Gartenhütten, Geräteschuppen, Gartenschränken, Holzgaragen, Holzhäusern in allen Größen, Farben, Formen, Grundrissen, Wandstärken, Stilrichtungen, Dachformen, Preisen und Holzarten. Falls Sie da wirklich noch nicht das finden sollten, was Sie suchen, bieten die meisten Hersteller auch Sonderanfertigungen oder Variationen ihrer Standartmodelle nach Ihren individuellen Vorstellungen an. Sehen Sie sich unsere Gartenhäuser aus Holz an oder rufen Sie Dean unter der Nummer 0 89 3803 5582 an, wenn Sie Fragen oder eigene Entwürfe haben.

Nachteile

  • Holz braucht regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls auch Pflege. Vor allem ist Trockenheit wichtig. Das Dach sollte dauerhaft wasserdicht sein, der Untergrund leicht erhöht und trocken, gegebenenfalls drainiert. Falls Sie den natürlichen grauen Look verwitterten Holzes nicht mögen, können Sie die Außenwände speziell auf der Sonnenseite mit einer Lasur mit UV-Schutz behandeln. Wasserabweisende Lasuren bei Nadelholzarten auch mit Bläueschutz gehören auf die Wetterseite. Es schadet auch nichts, wenn das Holz mal ab und zu nass wird, solange es zwischendurch auch immer wieder austrocknet. Bei Holzhäusern, etwa in den Alpen, schützt die graue Schicht aus verwittertem Holz auch die darunterliegenden Schichten.
  • Bewährte Qualität hat seinen Preis. Gartenhäuser aus Holz in guter Qualität sind eine gute dauerhafte Geldanlage, die zum Beispiel auch den Wert Ihrer Immobilie auf dem Markt erhöht. Allerdings müssen Sie dafür einmal etwas mehr Geld aufwenden, als Sie vielleicht für billigere Gartenhäuser aus Metall oder Plastik bezahlen müssten.

Gartenhaus aus Metall

Es werden hauptsächlich Gartenhäuser aus feuerverzinktem Stahlblech oder Aluminium angeboten.

Vorteile:

  • Es kann durch die eingebrannte Pulverbeschichtung Jahrzehnte überdauern, ohne dass Pflegemaßnahmen nötig werden. Hitze, Kälte, Regen, Schnee und Eis, sowie Insekten, Pilze oder Bodenfeuchtigkeit gehen einfach an ihm vorbei, solange die Beschichtung intakt bleibt.
  • Es gibt oft Preisvorteile, verglichen mit Gartenhäusern aus anderen Materialien.

Nachteile:

  • Metall ist nicht atmungsaktiv und nicht wärmeisolierend, wie Holz. Sie sollten. unbedingt eine elektrische Lüftung mit einplanen, um feuchte Luft schnell genug aus dem Raum zu entfernen. Das Problem ist, dass schnelle Temperaturänderungen, etwa eine schnelle Abkühlung feuchter Luft in solchen Räumen sonst zu Kondenstation führen kann.
  • Für Nutzungen, die einen längeren Aufenthalt im Gartenhaus oder gar eine Bewohnung vorsehen sind Metallhäuser wegen dieser Eigenschaften weniger geeignet. Als Lagerraum sind sie bedingt geeignet, wenn eine aktive Lüftung vorhanden ist. Ansonsten sind sowohl rostgefährdete Metallgegenstände als auch elektrische Geräte, sowie Polster, Textilien und ähnliches darin eher schlecht aufgehoben.
  • Die Nutzung als Geräteschuppen zieht unweigerlich Kratzer oder Gebrauchsspuren beim Einstellen oder Herausholen der Werkzeuge nach sich. An solchen Kratzern sowie an viel benutzen Bereichen, wie den Türen, wird der Rost zuerst einsetzen. Der sollte behandelt werden und damit ist der Vorteil der Pflegefreiheit schon vorbei.
  • Viele Gartenhäuser aus Metall werden ohne Boden angeboten. Wenn Sie nicht möchten, dass die Bodenfeuchtigkeit dort ausdampft und sich unter der Metallglocke ansammelt und kondensiert, müssen Sie neben der Lüftung auch dafür sorgen, dass der Standplatz sorgfältig drainiert und dauerhaft, auch nach starken Regenfällen trocken bleibt.
  • Es lässt sich nicht anpassen. Das Material ist dem normalen Heimwerker nicht zugänglich. Weder Anbauten noch Ausbauten sind leicht möglich. Schneiden lässt sich das Material ohne Spezialwerkzeug nicht. Durchbohren wäre wohl möglich aber jedes Bohrloch ist dann ein Angriffspunkt für Rost.
  • Ein Gartenhaus aus Metall hinterlässt einen fremdkörperhaften Eindruck im Garten, dem man durch naturnahe Farben entgegen zu wirken sucht. Nach dem Kauf ist ein nachträglicher Neuanstrich mit anderen Farben meist nicht mehr möglich.

Gartenhaus aus Plastik

Vorteile:

  • Plastik ist selbsterhaltend und weder Wasser noch Hitze, Frost, Pilze oder Insekten können ihm kurzfristig schaden. Deswegen werben die Hersteller damit, dass man keine Pflege braucht.
  • Es ist leicht und man kann es bei Bedarf auch verstellen.

Nachteile:

  • Was die Kondensationsgefahr angeht, gilt hier dasselbe, wie bei Metallgartenhäusern. Das Material atmet nicht und hat keinen erwähnenswerten Wärmedämmwert. Lagerung von Dingen, die feuchtigkeitsempfindlich sind ist deshalb nur bei guter Lüftung ratsam.
  • Die Leichtigkeit geht einher mit erhöhter Kipp- und Kugelgefahr bei Stürmen. Es sollten nur Schränke oder Schuppen gekauft werden, die eine professionelle Verankerung mitliefern.
  • Die Festigkeit ist weit geringer als bei den anderen Materialien. Daher werden hauptsächlich kleinere Strukturen, wie Gartenschränke oder Geräteschuppen angeboten, die bei besseren Modellen auch mit Stahlkonstruktionen intern verstärkt sind.
  • Zur Anpassung kann man auch dasselbe sagen, wie bei Stahlgebäuden: Eigene Initiativen bei Regalen, Haken oder inneren und äußeren Anbauten ist schwierig bis unmöglich. Zwar ist es kein Problem, ein Loch für eine Schraube in Plastik zu bohren aber wie wissen Sie wie belastbar dieses ist und wann das Loch beginnt aufzureißen? Auch hier werden bei teureren Modellen Kits angeboten, mit denen man vorgefertigte Regale einbauen kann.
  • Auch als Wohnraum eignen sich Plastikgebäude wegen des Raumklimas weniger. Größere Gebäude hätten auch wegen der fehlenden Stabilität des Materials Probleme.
  • Was für Stahl der Rost, ist für Plastik die Sonne, weswegen auch viele Hersteller mit UV-Schutz werben. Es ist allerdings weniger UV, was Plastik spröde macht, sondern einfach das Verdampfen des Weichmachers. Das ist auch das, was man riecht, weil er eben beständig ausdampft und das besonders schnell wenn das Material heiß wird.
  • Der Vorteil, dass Plastik nicht behandelt werden muss, wird zum Nachteil, wenn das Material alt und unansehnlich wird oder ausbleicht. Dann würde man sich vielleicht wünschen, man könne seinen Plastikschuppen farbig anstreichen, wie ein Gartenhaus aus Holz.

Fazit: So sehr wir Innovation schätzen: Holz passt als Naturmaterial immer noch am besten in den Garten. Das betrifft die Optik und – wie wir gesehen haben – auch die Funktion.

Schreibe einen Kommentar